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Donnerstag, 28. Januar 2010

Souvláki Sezuan-Art

Irgendwie hat sie ja schon ihren Charme, die griechische Idee, Staatsanleihen nach China zu verticken. Beinahe automatisch drängt dabei nämlich die Vorstellung eines hellenisch-maoistischen Kulturaustausches auf, der gewisser Reize durchaus nicht entbehrt: Tischtennisturniere im Parthenon, Sirtaki tanzende KP-Funktionäre und eine Transrapidlinie vom Flughafen in äh... Athen direkt zum Platz des himmlischen Friedens.
Die Realität sähe freilich anders aus: Onassis enteignet, Nana Mouskouri ein Opfer der Kulturrevolution und das Reich der Mitte plötzlich mit Stimmrecht in Brüssel.
Und weil die Griechen sich ihren großen Sprung nach vorn wohl ebenfalls anders vorgestellt haben, dementieren sie nun dementsprechend eifrig.
Das erspart voraussichtlich nicht nur jede Menge Ungemach, sondern verhindert auch kulinarische Kapriolen der in der Überschrift bereits angedeuteten Güteklasse.

Samstag, 24. Oktober 2009

Günther Oettinger noch nachgerufen:

Brüssel ist zwar schon mal nicht schlecht, wo der Pfeffer wächst wäre aber die deutlich bessere Lösung gewesen.

Dienstag, 23. Oktober 2007

Einer weniger

In vielen Bereichen der Fiktion, und dort vornehmlich in Büchern, Filmen oder Comics aus dem angelsächsischen Kulturraum, kann man der Figur des Evil Twin begegnen, einer physisch zwar exakten Kopie des Protagonisten, moralisch jedoch dessen genaues Gegenteil. Diese Konstellation prädestiniert den bösen Zwilling natürlich dazu, ein gehöriges Maß an Verwirrung zu stiften, denn wer der Gute beziehungsweise der Böse von beiden ist, lässt sich nie mit hundertprozentiger Sicherheit bestimmen. Dementsprechend bliebe es jetzt, nachdem Polen am Sonntag sein nur ein Jahr andauerndes Gemini-Programm beendet hat, eigentlich offen, ob es tatsächlich den Richtigen erwischt hat, denn auch diese beiden Eier gleichen sich wie ein Kopf dem anderen. Wäre da nicht die - durchaus berechtigte - Frage nach dem Numerus: Kann man im Zusammenhang mit den Kaczynski-Brüdern überhaupt von einem Evil Twin im Singular ausgehen? Immerhin steht fest, dass es jetzt zumindest Einer weniger ist. Und nachdem Donald nun schon den Lolek abgelöst hat, wird doch wohl hoffentlich auch Micky noch mit dem Bolek fertig werden.

Samstag, 2. Juni 2007

Schwule Kugeln

Als ob die Welt nicht schon ausreichend mit Problemen gesegnet wäre, schwelt in Polen derzeit eine Diskussion um die sexuelle Orientierung der Teletubbies, jener bunten Kugelwesen, die eigens dazu geschaffen wurden, die sprachliche Entwicklung von Kleinkindern mittels Botschaften wie "Bu-Bu" und "Bo-Bo" zu beschleunigen.
Richtig gelesen, die sexuelle Orientierung der Teletubbies. Wer also wie ich nun bislang dachte, diese Kreaturen seien geschlechtslos, höchstenfalls asexuell, der irrt, denn scheinbar handelt es sich bei Taka-Tuka, Strulli oder wie immer er auch heißen mag - gemeint ist der Lilafarbene - eindeutig um einen maskulinen Vertreter dieser Spezies - woran dies festgemacht werden soll, bleibt zumindest mir bis dato verborgen.
Der Grund des Aufruhrs ist nun dieser, dass eben jener Teledepp mit einer Handtasche umher kullert und deshalb in Polen als eindeutig homosexuell eingestuft wird, womit er, nach der gängigen Auffassung im Nachbarland, nichts im Kinderfernsehen zu suchen hat. Während man also andernorts immer noch versucht, Toleranz gegenüber Homosexuellen zu predigen ist man in Polen schon einen Schritt weiter: einem Artikel auf der Homepage des Nachrichtensenders Euronews zufolge, glaubt dort mittlerweile beinahe die Hälfte der Bevölkerung nicht mehr, dass gleichgeschlechtliche Liebe eine Sünde, sondern vielmehr eine, wenn auch ansteckende immerhin heilbare, Krankheit sei.
Dies bedeutet, um auf die Problematik der Kindertauglichkeit zurückzukommen, die Teletunten am besten von der Mattscheibe zu verbannen, denn mit gefährlichen Krankheiten und anderem Elend sollte man Kleinkinder nun tunlichst nicht konfrontieren. Stattdessen könnte man sich doch darüber Gedanken machen, den amerikanischen Cartoon-Klassiker G.I. Joe zu reanimieren: hier könnte der Nachwuchs schon früh an das Faszinosum Militär heran geführt werden, und außerdem artikuliert man sich dort auch in ganzen Sätzen.

Donnerstag, 10. Mai 2007

Eine Seefahrt die ist lustig...

Dachte sich wahrscheinlich auch das frisch gewählte französische Staatsoberhaupt. Und recht hat er, der gute Nikolaus, denn wer es schafft, die Präsidentschaftswahl in einem G8-Staat für sich zu entscheiden, der hat auch erst einmal einen anständigen Urlaub verdient.
Und wo verbringt man diesen schon besser als bei einem Mittelmeertrip auf einer Luxusyacht? Eben, zumal wenn diese auch noch von einem wohlwollenden Gönner kostenlos zur Verfügung gestellt wird.
Pikant und weitaus weniger angenehm wird es dann allerdings, wenn an die Öffentlichkeit gerät, dass eben jener Gönner in der Vergangenheit immer wieder von Regierungsaufträgen profitiert hat, unter anderem auch aus dem französischen Innenministerium, Nikolausens bisherigem Arbeitsplatz.
Entweder ist das Nikoläuschen, welches sich unaufhaltsam seinen Weg in den Élysée-Palast gebahnt hat, tatsächlich irgendwie unbesiegbar und solche Lappalien perlen einfach an ihm ab, wie etwa Wassertropfen von einer fettigen Bratpfanne, oder aber M. Sarkozy ist einfach nur durchschnittlich gierig und dabei vor allem überdurchschnittlich dumm, um sich auf eine solche Sache einzulassen.
Hätte es da denn nicht auch ein zweiwöchiger Wanderurlaub im Elsass getan? Den hätte man doch locker, selbst mit dem mickrigen Salär eines Innenministers, aus der eigenen Tasche finanzieren können.

Sonntag, 6. Mai 2007

Totenstille in der Nachbarschaft

Während dort, in einem von größtenteils Franzosen bewohnten Viertel, vor knapp einem Jahr noch frenetisch der Einzug der Équipe Tricolore ins Finale der Fußballweltmeisterschaft mit Autokorso und Feuerwerk gefeiert wurde, herrscht jetzt, nachdem der Ausgang der Präsidentschaftswahl bekannt ist, eine Grabesstille.
Es ist nun also doch der Gnom zum neuen Häuptling von Asterix' Erben gewählt geworden, und man darf gespannt sein, wohin der Kurs der Grande Nation nun führt, zumal in einer ersten Rede bereits angekündigt wurde, sämtliche Wahlversprechen 1:1 umzusetzen. Hierunter fällt auch die Idee eines Ministeriums für nationale Identität - der Sohn eines ungarischen Einwanderers und einer griechisch-jüdisch-stämmigen Französin wird schon wissen warum.

Alles neu macht der Mai

So auch das deutsch-französische Verhältnis, denn dieses wird, unabhängig vom Ausgang der heute geschlagen Schlacht Ségo Vs. Sarko, ein ganz anderes Gesicht erhalten.
Möglichkeit A: Eine konservative Kanzlerin Merkel und Frankreichs Antwort auf Wolfgang Schäuble bilden eine Art Anti-Dynamisches Duo, sozusagen eine statische Staffel, die nicht nur den europäischen Motor ins Stottern bringen, sondern sich auch außenpolitisch wieder verstärkt auf archaische Bündnisstrukturen verlassen könnte.
Möglichkeit B wiederum würde ein absolutes Novum in den gallisch-germanischen Beziehungen bedeuten: in die lange Liste der Männerfreundschaften zwischen Kanzlern und Präsidenten würde sich das erste Damenkränzchen einreihen - politisch vielleicht nicht immer unisono, dafür aber mit einem weitaus größeren Potenzial an Kreativität.