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Mittwoch, 16. Dezember 2009

Zurück in die Zukunft?

1984 könnte schon bald der Vergangenheit angehören, denn Schäubles alter Vorratskammer droht nun eventuell doch die Schließung - vorausgesetzt das BVerfG kann nachweisen, dass Daten, deren MHD mit sechs Monaten eindeutig überschritten ist, nachhaltig die Gesundheit der Bürger gefährden.
Konkret bedeutet das, dass der Otto, der Normalverbraucher, seinen Dealer zukünftig nicht mehr von der Telefonzelle aus anrufen müsste, Waffen und Kinderpornos wieder ungeniert per E-Mail bestellen dürfte und sich via Skype-Konferenz ungestört mit anderen Attentätern und Amokläufern austauschen und beratschlagen könnte.
Ganz nebenbei würde vielleicht aber auch einfach das gute und sichere Wissen zurückkehren, dass nicht mehr jede von der Nachtschicht gelangweilte Polizeitreife Einblick in sein Liebesleben, seine Krankheitsgeschichte oder seine finanzielle Situation nehmen kann.

Freitag, 27. Juni 2008

Spiel's nicht noch einmal, Axel!

Vor geraumer Zeit schon musste ich mich über eine Werbemaßnahme direkt vor meinem Anwesen echauffieren - nun überbot sich der Springer-Verlag selbst und instrumentalisierte statt Christoph Kolumbus unser aller Urahnen Adam und Eva für seine perfiden Zwecke: Sie reicht ihm den Apfel dar, was danach passierte ist hinlänglich bekannt. Natürlich, so suggeriert das Plakat, hätte all das vermieden werden können, dummerweise aber erscheint die BILD-Zeitung erst seit 1952.
So weit so gut, aber das Böse ist mannigfaltig, und wo es sich zu Anbeginn der Menschheit noch als Schlange offenbarte, schleicht sich der Satan heutzutage ganz unverhohlen als Fehlerteufel (welch Selbstironie!) ein, im vorliegenden Falle sogar ganze drei Mal.
Erstens darf es natürlich nicht "Nicht essen!" heißen, sondern muss selbstredend "Nicht lesen!" lauten.
Zweitens informiert BILD nicht, sondern manipuliert - und auch das ist noch ein Euphemismus.
Und drittens schließlich geschieht dies nicht leider erst seit 1952, sondern (Wer weiß es? Wer weiß es? Richtig!) schon seit besagter Jahreszahl.
Macht aber alles fast gar nichts, denn das T-Boot ist ja da. Leider erst seit 2007.

Mittwoch, 16. April 2008

Das hier ist Absurdistan

Irgendeine überbezahlte Werbeagentur in Diensten Axel Springers hat sich da ja etwas ganz was Tolles einfallen lassen, und an der Bushaltestelle vor meinem Küchenfenster ein neues Plakat angebracht. Darauf zu sehen Christoph Kolumbus, der den amerikanischen Kontinent betritt und feststellt: "Das ist nicht Indien". Darunter der Slogan: "Bild informiert. Leider erst seit 1952."

Mittwoch, 17. Oktober 2007

Schäuble im Kühlschrank

Natürlich ist die Überschrift dieses Eintrags im übertragenen Sinne zu verstehen, aber schließlich hat der Innenminister selbst Schuld daran, dass man seinen Nachnamen mittlerweile als Synonym für Spanner verwendet.
Nirgendwo sonst kann man ungenierter seiner Big Brother-Passion frönen als im Internet - kein Wunder also, dass genau dort auch eine ganz neue Plattform des Voyeurismus entstanden ist. Anstelle der üblicherweise zu erwartenden hot babes, dreht es sich in diesem Fall jedoch eher um cold cases: Auf Fridgewatcher lassen sich gekühlte Vorratskammern aus aller Herren Länder observieren - wer sich gerne "dabei" beobachten lässt, kann dort natürlich auch selbst intime Fotografien aus der Kryokiste hochladen.
Wem das übrigens ebenfalls alles zu dumm beziehungsweise uncool ist, sollte davon absehen, oben stehendem Link zu folgen und sich stattdessen ein Bierchen aus den eigenen vier kalten Wänden holen gehen.

Mittwoch, 6. Juni 2007

Catwatch

Tiere sind seit jeher ein integraler Bestandteil menschlichen Daseins: sie produzieren und beliefern den Menschen zum Beispiel mit Pelzen (schließlich ist Fake Fur nicht sexy), Aphrodisiaka (die in Tigerhoden und Nashornhörnern schlummernden Kräfte lassen Viagra wie ein Hustenbonbon wirken) oder raumausstattenden Accessoires wie etwa Hirschgeweihen und präparierten Wildschweinen, die jede auch noch so karge Behausung in einen Hort der Behaglichkeit verwandeln. Darüber hinaus spielen sie eine bedeutende Rolle bei der Erforschung neuer Medikamente, Kosmetika und, wie die CatCam beweist, auch der Sicherheits- und Überwachungstechnik.
Bei der Katzenkamera handelt es sich um ein optisches Instrument, welches mittels Halsband an der Mieze befestigt wird und im Minutentakt Bilder vom Tagesablauf des Fellknäuels schießt. Für die Wissenschaft mögen die auf diesem Wege gewonnen Erkenntnisse zwar von untergeordneter Bedeutung sein, Felidaephile in aller Welt dürften hingegen jetzt schon jubilieren: die Apparatur ist technisch ausgereift, und soll schon bald via Internet an die Katz gebracht werden.
Obwohl die Vorstellung noch recht amüsant ist, dass die übergewichtige Klischee-Katzenmutter neben ihrem Blog für allein stehende Catwomen nun auf sechs separaten Bildschirmen ihrer ganz persönlichen Daily-Soap frönen kann und immer im Bilde darüber ist, mit wem in der Nachbarschaft sich Kitty denn so trifft, oder ob Tiger zwischen den Mahlzeiten heimlich nascht, will es mir irgendwie so gar nicht behagen, dass Wolfgang Schäuble unter Umständen auch Katzenliebhaber sein könnte...

Donnerstag, 26. April 2007

Die Krankenschau

Dank der Riesenmaschine wurde ich auf folgende Seite aufmerksam: www.whoissick.org klärt über die Leiden dieser Welt auf. Konkret bedeutet dies, dass mittels einer Karte anonyme, jedoch real existierende Kranke auf dem ganzen Globus ausfindig gemacht werden können. So ist es dem geneigten Besucher möglich, eventuellen Husten, Schnupfen, Heiserkeit in der Nachbarschaft per Mausklick zu lokalisieren. Worin der weiterführende Zweck dieser Informationen bestehen soll, hat sich mir bislang jedoch noch nicht erschlossen. Vielleicht aber beschleunigt ja das Wissen um die Anteilnahme kalifornischer oder koreanischer Internet-Nutzer an der eigenen Magenverstimmung den Genesungsprozess? Ich weiß es nicht. Wahrscheinlich hilft da nur der Selbstversuch. Seine Krankheit registrieren kann man übrigens denkbar einfach: Alter, Ort und Geschlecht in eine Maske eintippen und auf einer Liste das entsprechende Leiden auswählen und markieren. Eines vermisse ich dort allerdings, nämlich die Gehirnerweichung.