Posts mit dem Label militia-klasse werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label militia-klasse werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 26. Juni 2007

Vom R2-D2 zum Terminator

Diese sonderbare Wandlung hat einem ARD-Bericht zufolge ein Datenroboter des verfassungsrechtlich strittigen Zentrums für Nachrichtenwesen der Bundeswehr vollzogen - zumindest behaupten dies die Verantwortlichen: Bei einem Datentransfer seien auf Bänder ausgelagerte Daten von dem fiesen Robo gelöscht und die dadurch nicht mehr lesbaren Kassetten deshalb vernichtet worden. Pikanterweise befanden sich auf eben jenen Bändern genau die Daten, die zwischen 1999 und 2003 in Bundeswehreinsatzgebieten gewonnen wurden, darunter also auch die vom zuständigen Untersuchungsausschuss angeforderten Informationen zur Aufklärung im Fall Kurnaz.
Dass Geheimdienste Daten vernichten ist ein alter Hut, militärische Nachrichtendienste betreffend meinetwegen auch Helm. Dass diese Praxis jedoch so offensichtlich und nicht wie für Organisationen dieser Art üblich im eben Geheimen vollzogen wurde, ist ein Affront gegen den ganzen Berufsstand der Agenten und Spione, schlicht und ergreifend eine Frechheit, die von stümperhafter Arbeit zeugt - und dies ausgerechnet von einem Geheimdienst, dessen gesetzliches Fundament ohnehin auf einem äußerst schwammigen Untergrund, sprich Sumpf, errichtet wurde, und von welchem man also gerade deshalb etwas mehr Diskretion erwarten dürfte, denn per Verfassung ist der Bundesnachrichtendienst die einzige für die Auslandsaufklärung zuständige staatliche Institution.
Der Aufbau eines parallel und durchaus in Konkurrenz zum BND existierenden, bundeswehreigenen Spionagenetzwerks ist an Dreistigkeit nur noch durch den lächerlichen Versuch zu überbieten, sich nun mit einem Daten demolierenden Droiden herausreden zu wollen, denn bei Wehrausgaben, die jährlich 1,4 Prozent des Bruttoinlandsproduktes auffressen, könnte man eigentlich davon ausgehen, dass die Verantwortlichen nicht unbedingt im Second-Electric-Laden um die Ecke einkaufen.

Mittwoch, 16. Mai 2007

Nachladen!

Kleines Jubiläum: 25. Beiträge haben bislang die Torpedorohre des T-Boots verlassen, dabei musste bislang - glücklicherweise - noch kein so genanntes Friendly Fire vermerkt werden. Andernorts ist dies nicht der Fall.
Etwa in der Bundesmarine, wo die Fregatte Lübeck am 2. Mai nicht etwa ein anderes befreundetes Schiff, sondern tatsächlich sich selbst beschossen hat. Die Gründe für den Schuss vor beziehungsweise in den eigenen Bug sind zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht bekannt - zumindest noch nicht bekannt gemacht worden. Wahrscheinlich ist es auch besser, wenn nicht an die Öffentlichkeit gelangt, welche Deppen im Notfall für die Landesverteidigung verantwortlich sind und wie grobfahrlässig mit dem Millionen Euro teuren Kriegsmaterial umgegangen wird. Vermutlich lässt sich auch dieser Zwischenfall, wie bereits jener im April, als ein Kampfflugzeug vom Typ Tornado gegen eine schweizerische Bergwand geflogen wurde, auf mangelhafte Übung zurückführen. Kein Wunder, haben doch die Ausbilder der Bundeswehr schon mehr als genug damit zu tun, ihre gefesselten Rekruten mit Tritten, Schlägen und Stromstößen in Schach zu halten.