Posts mit dem Label kommerz-klasse werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label kommerz-klasse werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 22. September 2007

Saurer Apfel

Als mittlerweile durchaus überzeugter Mac-User und noch weitaus überzeugterer ehemaliger Telekom-Kunde musste ich diese Woche schon schlucken, als der Computerhersteller aus Cupertino ausgerechnet die Bonner Telefonzelle zum exklusiven Vertriebspartner für sein neues High-Tech-Handy iPhone machte, denn Gemeinsamkeiten zwischen beiden Konzernen lassen sich nun beim besten Willen nicht ausmachen. Dort wo sich die Kalifornier gewöhnlich durch innovative Technik, avantgardistisches Design und vor allem Benutzerfreundlichkeit hervortun, verkörpern Ron Sommers Erben in der Regel eigentlich das genaue Gegenteil. Bliebe einzig und allein die Tatsache, dass es sich bei beider Kundenkreise um kleine, verschworene Gemeinschaften handelt, die letztendlich den Ausschlag gegeben hat.
Wie dem auch sei, mein erster Gedanke, dass Mutter Theresa nun in die NSDAP eingetreten ist, mag, zugegeben, etwas übertrieben sein. Durchaus berechtigt sind jedoch Vergleiche mit James Bond, der seinen Widersachern fortan in einem Regionalexpress der Deutschen Bahn hinterher jagt, oder dem deutsch-französichen Kulturkanal arte, der sich nun die Übertragungsrechte für Gotthilf Fischers Straße der Lieder gesichert hat.

Montag, 3. September 2007

Sim City 2007

Die Generation der Blogleser wird die Städtebausimulation aus der Softwareschmiede Maxis kennen: Ein Gelände auf einer Karte wird markiert, anschließend zur Bebauung als Gewerbe-, Industrie- oder Wohnviertel freigegeben und eine aus Pixeln bestehende Staubwolke später ist ein neues Einkaufszentrum aus dem Boden gestampft.
Dass dies auch in der Realität funktioniert, durfte ich heute bezeugen. Vor gerade einmal zwei Wochen kündigte ein großes Schild die Eröffnung einer Discounter-Filiale in meiner unmittelbaren Nachbarschaft an, und tatsächlich konnte ich selbige auf meinem heutigen Nachmittagsspaziergang samt Gratis-Probierstand und Hüpfburg schon von weitem erkennen. Die spontane Sim City-Assoziation mag zwar zum Großteil auch den in einiger Ferne sichtbaren Windrädern zu verdanken sein, aber die günstige Lage - ich selbst hätte den Markt nicht anders platziert - zwischen drei separaten Wohnvierteln, zwei studentischen Wohnanlagen und somit einem Potenzial von geschätzt 2000 Kunden, welche den Markt innerhalb von fünf Minuten zu Fuß erreichen können, zeugt durchaus von Parallelen zum Computerspiele-Klassiker.
Ein etwas sonderbares Gefühl hatte ich dann also schon, nachdem ich von der Eröffnungsaktion mit 30-prozentigem Preisnachlass profitiert hatte, denn irgendwie erwartete ich auf dem Nachhauseweg diesen speziellen Mausklick auf meinen Kopf, welcher mir auf der Stelle eine Sprechblase mit dem Satz "Die neuen Einkaufsmöglichkeiten verbessern die Lebensqualität in diesem Viertel erheblich" entlocken würde.

Montag, 14. Mai 2007

Globaler Gebrauchtwagenmarkt

Dr. Z hat heute seinen alten Chrysler für 5.5 Milliarden Euro in die USA verkauft. Eine stolze Summe für ein neun Jahre altes Automobil, betrachtet man allerdings die 36 Milliarden Dollar, die Zs Vorgänger Schrempp noch 1998 für den Neuwagen bezahlt hat, wird schnell klar, dass sich der Wiederverkaufswert eines Chryslers nicht mit dem, eines beispielsweise Daimlers messen kann.
Unverständlich deshalb auch, dass sich ausgerechnet Schrempp, selbst ehemaliger Manager eines Automobilkonzerns, und somit eigentlich ein Kenner der Branche, seinerzeit für die Anschaffung des Amerikaners entschieden hat.
Zwar verfügt das Vehikel noch über eine gültige TÜV-Plakette, wie lange es allerdings die Straßen in Übersee unsicher machen wird bleibt ungewiss. Der neue Besitzer ist nämlich niemand geringers als Cerberus persönlich und der Fahrstil eines Höllenhundes könnte Dr. Zs alten Chrysler schneller als erwartet auf den Schrottplatz führen.