Dienstag, 30. Dezember 2008

Liebe Bank meines Vertrauens,

- sofern eine solche Anrede inmitten der Finanzkrise überhaupt noch schicklich ist - ich weiß, dass die Zeiten hart sind. Aber das sind sie nicht nur für Dich, sondern auch für mich und überhaupt alle. Deswegen schätze ich es auch ganz und gar nicht, als langjähriger Kunde - und sogar genau so langjähriges Mitglied - innerhalb der regulären Geschäftszeiten mit einem gehetzten Blick zur Uhr sowie den Worten "Heut' isch's aber ung'schickt" begrüßt zu werden.

Wenn da nicht schon mal jemand einen guten Vorsatz für's neue Jahr hat,

Dein Jean-Paul

Donnerstag, 13. November 2008

Statt Karten!

Als Anerkennung für das Wahlergebnis der vergangenen Woche, streicht das T-Boot die Vereinigten Staaten von Amerika auf unbestimmte Zeit von der Liste der Schurkenstaaten.
Mit diesem Schritt solle, so Jean-Paul Téddôt, honoriert werden, dass die USA ihren guten Willen gegenüber der internationalen Gemeinschaft signalisiert haben.

Montag, 27. Oktober 2008

Zieh dich aus, du alte Hippe!

Nein, am Flughafen, so viel steht seit vergangenem Freitag fest, wird man auch in Zukunft nicht mit den Worten Helge Schneiders begrüßt werden, denn die Bundesregierung - und ausgerechnet Wolfgang Schäuble, der vor Jahr und Tag noch lautstark nach der Vorratsdatenspeicherung und andere Ferkeleien gegrunzt hatte - hat versichert, dass Ganzkörperscanner im Rahmen der Luffahrtsicherung nicht zum Zuge (was den Eisenbahnerclub Mehdorn '94 selbstverständlich nicht ausschließt - man darf also gespannt sein) kommen werden. Dies muss natürlich - um eine wundervolle Verknüpfung zu einem ganz anderen aktuellen Thema herzustellen - nicht bedeuten, dass es von nun an keine Perspektiven mehr für TV-Delikatessen wie "Scan-Scan - Das Nacktquiz" geben würde, bei welchem die Kandidaten die Schwarz-Weiß-Akte von A-, B-, C-, ach was, D-Prominenten erraten müssen, um nebst einem Kreuzfahrtgutschein drei Geldpakete gewinnen zu können.
Ein Sender für dieses unglaublich innovative Fernsehformat steht freilich noch nicht nicht fest, aber 3sat oder arte, die gerade jetzt, in der Post-Reich-Ranicki-Ära, um jeden Zuschauer kämpfen müssen, wären mehr als prädestiniert. Die Moderation ist mit der neuerdings arbeitsuchenden Elke Heidenreich so gut wie gesichert, die hierfür in einem Jahr sogar höchstwahrscheinlich den Deutschen Fernsehpreis erhalten würde - auch wenn sie dann bei der Dankesrede vom für sein Lebenswerk ebenfalls ausgezeichneten Oliver Pocher eine gewaltige Schelte kassieren dürfte: "Boah ey, Kultur is' jetzt echt ma' nur was für Leute, die wo nich' wissen, wie die Fernbedienung funktionieren tut!"

Dienstag, 2. September 2008

In Worten: Einhundert

Genau so viele Male kündigte der RSS-Feed jetzt bereits einen neuen Eintrag im Logbuch an, und das Warten auf den nach beinahe zweimonatiger Durststrecke langersehnten Jubiläumsbeitrag hat sich tatsächlich nicht einmal gelohnt, denn anstelle eines furiosen Glyphenfeuerwerks gibt es nun lediglich einen schnöden Trailer, eine Programmvorschau darauf, dass mit dem Beginn des meteorologischen Herbstes und dem somit de facto Ende des Sommerlochs auch die Aktivitäten auf dem inoffiziell 'most crazy Schiff since the Kon-Tiki' wieder zunehmen werden, gefolgt von einem noch schnöderen Werbesloagan: Man liest sich - auf dem T-Boot.

Freitag, 4. Juli 2008

Mal wieder Kino

Ich habe Brügge sehen... und sterben? gesehen und bin nicht gestorben - kein großes Verdienst, denn der Film ist alles andere als tödlich schlecht oder sterbenslangweilig.
Zwei britische Profikiller, einer kulturinteressiert und homosexuell, der andere gutaussehend und melancholisch, tauchen in Belgien unter, bis ein neuer Auftrag die ganze Situation aus der Bahn wirft. Mehr muss über den Inhalt nicht verraten werden, denn der Film lebt als gewissermaßen Vertreter des IGM (vorausgesetzt es gäbe ein an die Intelligent Dance Music angelehntes, ähnlich lautendes Genre namens Intelligent Gangster Movie) hauptsächlich von seiner Handlung.
Ungeniert schwärmen hingegen darf man vom Brügger Ambiente, denn die Stadt die bislang eigentlich nur aus dem UEFA-Cup bekannt war - für die Champions League hat es dann meistens doch nicht gereicht - präsentiert sich als wunderschöne, mittelalterlich angehauchte Mischung aus Amsterdam und Venedig, inklusive einer Mini-Homage in der Mikro-Homage an den großen Wenn die Gondeln Trauer tragen.
Indes lassen sich mehr oder weniger deutliche Verwandtschaftsbeziehungen zu Sexy Beast nicht leugnen: überflüssiges Blei und coole Sprüche sind streng limitiert, und wo einst Ben "Ghandi" Kingsley für seine Darstellung des dauerfluchenden, psychotischen Gangsters sogar den Oscar für die beste Nebenrolle einheimste, darf in der Charakterstudie über die beiden Assassinen nun der ewige Patient und englische Gärtner Ralph Fiennes als deren Auftraggeber einmal so richtig die Sau rauslassen.
Fazit: Ich mag eigentlich keine explizit als Fazit gekennzeichneten Fazits am Textende, aber in Ermangelung einer besseren Idee werde ich diesmal diese bittere Pille wohl schlucken müssen.
Also: Brügge ist zwar nicht Brüssel, dafür aber hübscher - der Film hat zwar kleine, dafür aber nur kurze Schwächemomente. Diese werden immerhin dem Liebhaber belgischen Bieres kaum auffallen, denn in wenigstens jeder zweiten Kameraeinstellung gibt es ein freudiges (oder aber schmerzhaftes) Wiedersehen mit altbekannten Gesichtern.